ACKER-HELLERKRAUT (Thlaspi arvense)

ACKER-HELLERKRAUT (Thlaspi arvense)
Foto: Von Hajotthu - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15431920

Das Acker-Hellerkraut (Thlaspi arvense) gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist eine der ältesten Ackerbegleitpflanzen Europas. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Europa und Westasien, hat sich jedoch durch Landwirtschaft und Handel inzwischen über weite Teile der gemäßigten Zonen der Erde verbreitet. Heute findet man sie in Europa, Nordamerika und großen Teilen Asiens.

Als sogenannte Kulturfolgerin begleitet das Acker-Hellerkraut den Menschen bereits seit Jahrtausenden. Archäologische Funde belegen, dass seine Samen schon in vorgeschichtlicher Zeit auf Äckern und Siedlungsflächen vorkamen. Besonders auf Getreidefeldern war die Pflanze früher weit verbreitet und galt vielerorts als typisches Ackerwildkraut. Durch moderne Landwirtschaft und den Einsatz von Herbiziden sind viele dieser traditionellen Begleitpflanzen inzwischen seltener geworden.

Seinen Namen verdankt das Acker-Hellerkraut seinen auffälligen Fruchtständen. Die flachen, runden Schötchen erinnern an kleine Silbermünzen, die früher als „Heller“ bezeichnet wurden. Im Volksmund wird die Pflanze deshalb auch Pfennigkraut, Ackerpfennigkraut oder Ackertäschelkraut genannt.

Während das Acker-Hellerkraut heute meist als unscheinbares Wildkraut wahrgenommen wird, wurde es früher gelegentlich als Nahrungspflanze genutzt. Junge Blätter fanden Verwendung in Wildkräutersalaten, während die Samen aufgrund ihres leicht scharfen Aromas als Gewürz dienten. In der Volksheilkunde spielte die Pflanze regional ebenfalls eine Rolle, wenngleich sie nie die Bedeutung anderer heimischer Heilpflanzen erreichte.

Synonyme: Ackerpfennigkraut, Pfennigkraut, Ackertäschelkraut, Feldpfennigkraut, Hellerkraut

Erkennungsmerkmale der Pflanze

Das Acker-Hellerkraut ist eine einjährige bis zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 20 bis 60 Zentimetern erreicht. Besonders auffällig sind die zahlreichen silbrig glänzenden Fruchtschötchen, die der Pflanze ihr charakteristisches Aussehen verleihen. Es wächst bevorzugt auf Äckern, Wegrändern, Brachen und Schuttplätzen.

Wurzel: Das Acker-Hellerkraut bildet eine schlanke Pfahlwurzel aus, die tief in den Boden eindringt. Sie ermöglicht der Pflanze eine gute Versorgung mit Wasser und Nährstoffen auch auf trockeneren Standorten.

Stängel: Der Stängel wächst aufrecht, ist meist unverzweigt oder nur wenig verzweigt und besitzt eine glatte bis leicht bereifte Oberfläche. Im oberen Bereich verzweigt er sich häufig und trägt zahlreiche Blüten- und Fruchtstände.

Blätter: Die grundständigen Blätter bilden zunächst eine Rosette. Sie sind länglich bis spatelförmig und besitzen einen gezähnten Rand. Die oberen Stängelblätter umfassen den Stängel mit pfeilförmigen Blattgrundlappen und erscheinen blaugrün bis graugrün.

Blüten: Die kleinen weißen Blüten erscheinen von April bis Juli in lockeren Trauben. Jede Blüte besitzt vier kreuzförmig angeordnete Blütenblätter – ein typisches Merkmal der Kreuzblütler. Die Blüten werden von verschiedenen Wildbienen, Schwebfliegen und anderen Insekten besucht.

Samen / Samenkapseln: Nach der Blüte entwickeln sich die charakteristischen runden, flachen Schötchen. Sie besitzen einen schmalen Flügelrand und enthalten zahlreiche kleine Samen. Die Fruchtstände erinnern an kleine Münzen und bleiben oft lange an der Pflanze erhalten.

Das Wichtigste im Überblick

Das Acker-Hellerkraut ist eine alte Ackerwildpflanze mit einer langen Kulturgeschichte. Seine silbrig glänzenden Fruchtschötchen machen es auch nach der Blüte leicht erkennbar und verleihen ihm einen hohen Wiedererkennungswert.

Junge Blätter können in kleinen Mengen als Wildgemüse oder Salatbeigabe verwendet werden. Ihr Geschmack erinnert leicht an Kresse oder Senf und wird durch die enthaltenen Senfölglykoside geprägt.

Für Wildkräuterfreunde ist die Pflanze vor allem als interessantes Bestimmungsobjekt spannend. Gleichzeitig bietet sie zahlreichen Insekten Nahrung und trägt zur Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft bei.

Als typische Ackerbegleitpflanze zeigt das Acker-Hellerkraut eindrucksvoll, wie eng die Geschichte vieler Wildpflanzen mit der Entwicklung der Landwirtschaft verbunden ist.

Erntezeit

Die jungen Blätter können von März bis Mai geerntet werden, solange sie noch zart sind. Mit zunehmendem Alter werden sie deutlich herber und faseriger.

Die Blüten lassen sich während der Blütezeit von April bis Juli sammeln. Die Samen und reifen Schötchen können ab Sommer bis in den Herbst hinein geerntet werden.

Wie bei allen Wildkräutern solltest du nur Pflanzen von unbelasteten Standorten sammeln und genügend Exemplare für Insekten und die natürliche Vermehrung stehen lassen.

Steckbrief

Botanischer Name: Thlaspi arvense

Pflanzenfamilie: Kreuzblütler (Brassicaceae)

Blütezeit: April bis Juli

Erntezeit: März bis Mai (Blätter), April bis Juli (Blüten), Juli bis Oktober (Samen)

Standort: Äcker, Wegränder, Brachen, Schuttplätze, nährstoffreiche Böden

Verwendbare Teile: Junge Blätter, Blüten, Samen

Verwendung in der Küche: Wildkräutersalate, Kräuterquark, Gewürz, Wildgemüse

Inhaltsstoffe: Senfölglykoside, Flavonoide, Mineralstoffe, Fettsäuren in den Samen

Wirkung: Anregend, verdauungsfördernd, leicht antibakteriell

Nebenwirkungen: Größere Mengen können aufgrund der Senfölglykoside Magenreizungen verursachen

Heilpflanzengarten

Balkon- und Gartentalk

Das Acker-Hellerkraut wird selten bewusst im Garten kultiviert, kann aber eine spannende Ergänzung für naturnahe Wildpflanzenbeete sein. Es bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte und gedeiht auf lockeren, nährstoffreichen Böden besonders gut.

Die Pflanze versamt sich häufig selbst und erscheint oft dort, wo der Boden offen oder frisch bearbeitet wurde. In Naturgärten darf sie daher gerne einen Platz behalten. Besonders dekorativ wirken die silbrigen Fruchtstände, die auch in Trockensträußen verwendet werden können.

Für Wildbienen und andere Insekten stellt das Acker-Hellerkraut eine wertvolle Nahrungsquelle dar. Wer seinen Garten möglichst naturnah gestalten möchte, kann einige Pflanzen bewusst stehen lassen und so einen kleinen Beitrag zum Erhalt unserer heimischen Ackerwildkräuter leisten.

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