LÖWENZAHN (Taraxacum sect. Ruderalia)

Löwenzahn

Herkunft und Vorkommen des Löwenzahns

Der Gewöhnliche Löwenzahn gehört zu den bekanntesten Pflanzen Europas und ist nahezu weltweit verbreitet. Ursprünglich in den gemäßigten Zonen Eurasiens heimisch, hat er sich durch menschliche Aktivität und natürliche Ausbreitung auf der ganzen Welt etabliert.

Der Löwenzahn ist vor allem auf nährstoffreichen Böden anzutreffen und bevorzugt Wiesen, Wegränder, Gärten und sogar städtische Umgebungen.

Bereits in der Antike wurde er wegen seiner vielfältigen heilenden Eigenschaften geschätzt. Im Mittelalter nutzte man ihn in Klostergärten als Heilpflanze, und bis heute ist er ein wichtiger Bestandteil der Volksmedizin.

Synonyme: Butterblume, Kuhblume, Pusteblume, Bettseicher, Sonnenwirbel, Augenblume

Erkennungsmerkmale der Pflanze

Der Gewöhnliche Löwenzahn lässt sich anhand seiner markanten Eigenschaften leicht erkennen und ist in nahezu jedem Garten oder Park zu finden.

Wurzel: Der Löwenzahn besitzt eine kräftige, tiefreichende Pfahlwurzel, die bis zu 30 cm in den Boden ragt. Diese Wurzel speichert Nährstoffe und Wasser, was der Pflanze erlaubt, auch auf kargen Böden zu gedeihen.

Stängel: Der hohle, milchsaftführende Stängel kann bis zu 40 cm hoch werden. Er ist unverzweigt und wird häufig von einem weißen, klebrigen Milchsaft durchzogen, der bei Verletzungen der Pflanze austritt.

Blätter: Die grundständige Blattrosette des Löwenzahns ist ein weiteres prägnantes Merkmal. Die tief eingeschnittenen, gezähnten Blätter erinnern in ihrer Form an Zähne eines Löwen, was der Pflanze ihren Namen gab. Sie sind glänzend grün und können bis zu 30 cm lang werden.

Blüten: Die leuchtend gelben Blüten bestehen aus zahlreichen Zungenblüten und bilden eine charakteristische, bis zu 5 cm breite Korbblüte. Der Löwenzahn blüht meist von April bis Mai, kann jedoch bei mildem Klima auch bis in den Herbst hinein Blüten tragen.

Samen / Samenkapseln: Nach der Blüte entwickelt der Löwenzahn seine bekannten kugelförmigen Fruchtstände, die als Pusteblumen bezeichnet werden. Diese bestehen aus zahlreichen kleinen Samen, die mit einem feinen, federartigen Schirm ausgestattet sind und sich leicht durch den Wind verbreiten lassen.

Das Wichtigste im Überblick

Der Gewöhnliche Löwenzahn ist mehr als nur ein unverwüstliches “Unkraut”. Seine Vielseitigkeit macht ihn zu einem wertvollen Bestandteil in der Naturheilkunde und der Küche. Ob als Tee, Tinktur oder Salat – nahezu alle Teile der Pflanze können genutzt werden.

Der Löwenzahn enthält wichtige Vitamine (A, C, K) sowie Mineralstoffe wie Kalium und Eisen. In der Heilkunde werden seine harntreibenden, blutreinigenden und verdauungsfördernden Eigenschaften geschätzt. Traditionell kommt der Löwenzahn bei Leberbeschwerden, Blasen- und Nierenproblemen sowie bei Appetitlosigkeit zum Einsatz. Zudem ist er ein wahres Kraftpaket für das Immunsystem und fördert durch seine Bitterstoffe die Verdauung.

Erntezeit:

Die jungen Blätter des Löwenzahns sind besonders zart und aromatisch und sollten am besten zwischen März und Juni geerntet werden. Mit Beginn der Blüte steigt der Bitterstoffgehalt, und die Blätter entwickeln einen herberen Geschmack. Die Wurzeln hingegen sind vor allem im Herbst reich an wertvollen Inhaltsstoffen, können aber das ganze Jahr über geerntet werden. Auch die Blüten lassen sich im Frühjahr ideal sammeln und für kulinarische Zwecke, wie Gelees oder Salate, verwenden.

Botanischer Name
Taraxacum sect. Ruderalia (früher Taraxacum officinale L.)

Pflanzenfamilie
Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit
April bis Mai (gelegentlich bis in den Herbst)

Erntezeit
Frühjahr bis Herbst

Standort
Sonnig, nährstoffreiche Böden

Verwendbare Teile
Blätter, Blüten und Wurzeln

Verwendung in der Küche
Salate, Gelee, Sirup, Tee; aus den Wurzeln lässt sich Kaffee herstellen

Inhaltsstoffe
Vitamin A, C und K, Kalium, Eisen, Bitterstoffe

Wirkung
Immunstärkend

Nebenwirkungen
Kann bei übermäßigem Verzehr zu Magen-Darm-Beschwerden führen

Heilpflanzengarten

Balkon- und Gartentalk

Wer Löwenzahn im Garten hat, kann die Pflanze leicht selbst kultivieren. Sie benötigt wenig Pflege und wächst fast überall, wo genügend Sonne vorhanden ist. Sogar auf dem Balkon lässt sich Löwenzahn in Töpfen anbauen. Wer seinen Löwenzahn im Zaum halten will, sollte ihn regelmäßig zu ernten, da die Pflanze sonst schnell unkontrolliert aussamt.

Für kulinarische Zwecke eignet sich besonders die junge Blattrosette, die milder im Geschmack ist als ältere Blätter. Auch die Blüten sind essbar und können als Dekoration oder in Gelees und Sirup verwendet werden.

Ein kleiner Tipp: Wenn du Löwenzahn im Topf ziehen möchtest, verwende einen tiefen Topf, damit die lange Pfahlwurzel genügend Platz hat

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